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Permakultur

Fest der Natur (Foto: B. Gruber)
Sonnenhut (Foto: B. Gruber)
Trockenbiotop (Foto: B. Gruber)
Camelia Hybr. (Foto: B. Gruber)

Permakultur - Chance für einen nachhaltigen Lebensstil

Ein Bericht von Bernhard Gruber, Permakultur-Designer

Die Permakultur - ursprünglich ein Planungskonzept

Der Begriff Permakultur wurde von den Ausstraliern Bill Mollison und David Holmgren kreiert. Ursprünglich bezog er sich auf ein Planungskonzept für eine permanente Landwirtschaft, doch stellt Mollison fest, dass das Thema Ernährung uns alle betrifft.
So steht die Permakultur jetzt für die Selbstversorgung von Stadt und Land. Jeder von uns ist dafür verantwortlich, einen Teil seiner Nahrung selbst zu produzieren. Und wenn der Anteil noch so gering ist, wenn es nur die Kräuter am Fensterbrett, die Tomaten am Balkon oder Pflanztröge in einem Gemeinschaftsgarten im Hinterhof sind. So wurde in den letzten Jahrzehnten das ursprüngliche Planungssystem für viele Menschen rund um den Globus zu einem Inbegriff für einen nachhaltigen, ökologischen und sozialen Lebensstil.

Die Ethik - ein zentraler Punkt

Die Permakultur versteht sich als Planungskonzept für dauerhafte Lebensräume, alles was dauerhaft sein soll, braucht geschlossene Kreisläufe, diese gilt es wieder zu schließen. Allem Denken, Planen und Handeln geht die Ethik der Permakultur voraus.

  1. Die Sorge um unseren einzigartigen, blauen Planeten steht an erster Stelle. Dieser Planet ist unsere Lebensgrundlage, wir brauchen ihn, er aber uns nicht, so sollen wir Demut vor der Natur und den Geschöpfen auf unserer Erde zeigen.
    Das bedeutet: Aktiver Naturschutz, Humusaufbau, Nutzung nachwachsender Rohstoffe, sparsamer Umgang mit Wasser, Erhaltung der Artenvielfalt in Fauna und Flora, Verwendung von Sonnen- Wind- und Wasser-Energie.

  2. Die Sorge um die Menschen bedeutet, dass für unsere Grundbedürfnisse nach Nahrung, Unterkunft, Bildung, sinnvoller Beschäftigung und freundschaftlichem Kontakt gesorgt wird. Obgleich die Menschheit nur einen kleinen Teil des gesamten Lebensgefüges der Welt ausmacht, haben wir doch einen entscheidenden Einfluss darauf. Wenn wir unseren Grundbedarf decken können, brauchen wir uns auf keine großflächig zerstörerischen Methoden gegen die Erde einzulassen.
    Das bedeutet: Netzwerke schaffen, Erfahrungen und Wissen austauschen, Krankheiten eindämmen, keine Patente, keine Gentechnik, keine Atomkraft.

  3. Gerechtes Teilen und Selbsteinschränkung: Wir leben in unserer Konsumgesellschaft auf Kosten der Dritte Welt, wo Bodenschätze geplündert, Ökosysteme zerstört, Wasser verseucht und die Bewohner vertrieben und ausgerottet werden. Diese Gesellschaft kann auf Dauer nicht existieren, da sie auf der Verschwendung von Energie, Verseuchung von Trinkwasser und Zerstörung des Bodens aufgebaut ist.
    Das bedeutet: Begrenzung des Wachstums, Verringerung des Fleischkonsums, Regionales Handeln - Globales Denken, lokale Strukturen fördern, 7-Generationen-Gedanke, alles Unnötige vermeiden, alles Nötige verringern, alles Mögliche reparieren, alles Verwertbare rezyklieren.

Energie- und Ressourcen-Sparen durch Selbstversorgung

Alles, was ich selbst herstelle, wird nicht in Monokultur angebaut, das bedeutet, es entfällt chemische und mechanische Bodenbearbeitung zur "Un"-Krautbekämpfung. Es werden auch Früchte konsumiert, die den Normen nicht entsprechen - wo kein Abfall, da keine Not!
Es entfallen nicht unwesentliche Energieaufwände für Reinigung, Transport und Verpackung. Organische Abfälle können direkt wiederverwertet werden. Entweder im Hausgarten am Komposthaufen, oder als Mulch und Futter für unsere Helfer, die Würmer, direkt am Gemüsebeet. Am Balkon in der Wurmfarm, oder in der Wohnung durch zu Hilfenahme von Effektiven Mikroorganismen, im Bokasibehälter.

Unsere wichtigste Ressource Wasser kann direkt ohne Aufbereitung im System bleiben, d.h. man verwendet das Wasser von der Gemüse- oder Salatreinigung gleich auch wieder als Gießwasser. Jeder von uns kann somit einen Beitrag leisten, wir dürfen nicht die ganze Verantwortung der Lebensmittelproduktion auf Landwirte und Gärtnereien abschieben!

Permakultur - Neue Arbeit

Einen Teil seiner Nahrung selbst decken bedeutet auch, weniger in der Wirtschaft arbeiten zu müssen. Das kann beispielsweise über Gemeinschaftsgärten oder Tauschsysteme geschehen. So kann ich mir über ein lokales Netzwerk die Dinge eintauschen, für die mir die Anbaufläche oder auch die Zeit fehlt. Die gesparte Zeit kann ich wiederum für meine Interessen einsetzen, die ich wirklich, wirklich will! ... Familie, Soziales, Umwelt, Kultur, kunst, Sport, ... Den Teil, welchen man nicht durch Eigenproduktion oder Netzwerke decken kann, ergänzt man gezielt regional-biologisch, saisonal und fair.

Da sich die Permakultur als ein ganzheitliches Planungskonzept sieht, werden Details wie Pflanzgemeinschaften, die sogenannten Gilden, bis hin zu gemeinschaftlichen Vertriebsstrukturen geplant.

Komplementärwährungen, Tauschsysteme und Schenkprinzip sind sehr stark verhaftet. Ein wichtiger Schritt in der Permakultur ist das durchdachte "Nichtstun". Bekannt wurde diese These durch den Japaner Masanobu Fukuoka, seine jahrzehntelange Erfahrung im Biologischen Landbau wurden in zahlreiche Standardwerke der Permakultur aufgenommen. Grundsätzlich geht es darum, Dinge zu unterlassen, welche nicht notwendig sind, oder auch durch die Natur reguliert werden. Der bekannteste Vertreter dieser These in Österreich ist Kaspanaze Simma, ehemaliger Landtagsabgeordneter in Vorarlberg, Biobauer und Permakulturist der ersten Stunde in Europa. Kaspanaze ist auch durch sein Buch "Leben in Fülle" bekannt geworden.

Als Fundament sieht Kaspanaze Simma die Schöpfung, die natur und die eigenen Fähigkeiten, die Zusammenhänge der Natur zu erkennen. Darauf folgt das Erbe, welches und sie Vorfahren hinterlassen haben, wie guter Boden, Gebäude, Infrastruktur uns altes Wissen.

Als dritten und sehr wichtigen Teil sieht er "Nicht-Geld-Tätigkeiten", wie führen des Haushaltes. Je höher diese drei Anteile sind, umso geringer muss die Erwerbsarbeit in der Wirtschaft sein, um dseinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Mehr Lust auf Permakultur?

Bernhard Gruber beratet Sie gerne!

Tel. +43 650 76 31428

bernhard.gruber(at)sonnenkinder.org

www.permakultur.biz

Samstag, 19.08.

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Jungpflanzen von Zweijährigen an ihren endgültigen Platz setzen.

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Umsetzung: softimpact GmbH information-technology