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Naturwald

Ausflug & Urlaub 14.04.2011

Was bedeutet Wald im Nationalpark Donau-Auen?

Einst wuchs der Wald wie es ihm gefiel. Doch mit der Kultivierung ging die Wandlung zum wirtschaftlich optimierten, aufgeräumten Forst einher. Dies veränderte auch unsere Vorstellung des Waldbildes. Im Nationalpark Donau-Auen soll nun wieder echter Naturwald entstehen.
Das Jahr 2011 wurde von den Vereinten Nationen den Wäldern der Erde gewidmet. Denn etwa ein Drittel der Landmasse ist heute von Wäldern bedeckt. Diese haben wesentlichen Anteil an Stoffkreisläufen, Klima und Wasserhaushalt unseres Planeten. Vielfach sind die Wälder durch menschliche Eingriffe beeinflusst - die wenigen noch existierenden Urwaldgebiete stellen Reservate der Artenvielfalt dar.
Insbesondere Auwäldern kommt eine besondere Bedeutung zu, nirgends sonst in Europa ist die Tier- und Pflanzenwelt so vielfältig. In den Nutzwäldern bzw. Forsten steht der wirtschaftliche Ertrag im Vordergrund, die Baumartenzusammensetzung ist menschlich beeinflusst und das Holz wird zum optimalen Zeitpunkt geschlägert.
Mit der Zeit änderte sich daher für uns auch der Begriff, wie ein Wald auszusehen hat: sauber, aufgeräumt, die Stämme in Reih und Glied. Abgestorbene oder umgestürzte Baumriesen finden sich nur selten.
Üppig wuchernde Wälder machen plötzlich Unbehagen – „Wie schaut´s denn da aus!“
 
In Wäldern mit natürlicher Entwicklung hingegen gibt es ein dynamisches Nebeneinander von Bäumen und Gesträuch verschiedenster Altersstadien. Gealterte, morsche Bäume bieten für Spechte und andere insektenfressende Vogelarten wie Kleiber, Baumläufer, Laubsänger und Schnäpper idealen Lebensraum. Die Stämme beherbergen zahllose Insekten und Spinnen, auch eine Vielzahl teils sehr seltener Käferarten bewohnen abgestorbene Bäume oder Äste. Die Bruthöhlen von Schwarzspechten werden in Folge von anderen Vogelarten wie Meisen, Tauben und Eulen, besonders aber auch von Fledermäusen, Bilchen und Mardern genutzt. Alte Baumriesen dienen Großvögeln wie Schwarzstorch, Schwarzmilan oder Seeadler als Horstbäume und Ruheplätze. Die Bäume im Naturwald dürfen langsam absterben, gefallene Baumriesen und Äste bleiben liegen und bilden das wertvolle Ökosystem Totholz. Dieses hat wichtigen Anteil am biologischen Reichtum natürlicher Wälder und wird von Holz zersetzenden Pilzen sowie zahlreichen spezialisierten Insekten besiedelt. Auch in Au-Gewässern hat herab stürzendes Altholz große Bedeutung als sicheres Versteck für Jungfische, Ansitzwarte für fischjagende Vögel und Sonnenplatz für die Europäische Sumpfschildkröte.Seit das Gebiet des Nationalpark Donau-Auen wirtschaftlich außer Nutzung gestellt wurde, dürfen die Bäume wieder wie einst altern, sterben, zerfallen – und bilden so die Grundlage für pralles Leben! Der Wald soll sich weitgehend eigenständig zum Naturwald zurück entwickeln. Es gibt lediglich einzelne lenkende Eingriffe, etwa zur Zurückdrängung eingeschleppter fremdländischer Arten, die überhandnehmen.Altersstruktur des Waldes und Zusammensetzung der Baumarten sollen im Nationalpark Donau-Auen langfristig wieder einem ursprünglichen, auentypischen Waldbild entsprechen, der Anteil an Totholz soll steigen. Laufende Kartierungen belegen den Erfolg: Es geht langsam aber sicher wieder in Richtung Urwald.

Autor: Redaktion

Samstag, 19.08.

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Naturwald
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