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Bienennährgehölze

Bienennährgehölze

Den wenigsten ist wahrscheinlich bekannt, dass die Biene in Deutschland nach Rind und Schwein als das wichtigste Nutztier gilt: Etwa 8o Prozent unserer mitteleuropäischen Pflanzenarten sind für ihre Vermehrung auf eine Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen. Den Mammutanteil im Bereich dieser Fremdbestäubung leisten die Honigbienen, die damit unverzichtbar für die Artenvielfalt in unserem Ökosystem geworden sind. Kein Obstbauer oder Schrebergärtner könnte ohne Bienenbestäubung Äpfel, Birnen, Kirschen oder Erdbeeren ernten.

Bienen sammeln Nektar, der ihnen als Kraftstoff dient: Die wässrige Zuckerlösung sorgt im Bienenkörper für ausreichend Kohlenhydrate und steht als Energiequelle sofort für die kräftezehrende Tätigkeit, das Fliegen, zur Verfügung. Ein Teil des Nektars wird auch für den Nachwuchs im Bienenstock verwendet oder dort gelagert. Außerdem sammeln die fleißigen Bienen Pollen, der ihnen als Protein-Lieferant dient und ebenfalls für die Aufzucht der Baby-Bienen unerlässlich ist.

Beim Nektar schlürfen verfängt sich der Pollen zuerst im Haarkleid der Bienen: Um dieses Haarkleid vom Pollen zu reinigen, benutzen die Honigbienen die an den hinteren Beinen befindlichen Pollenkämme. So wird das Haarkleid ausgekämmt und dabei der Pollen zu den winzigen Körbchen an den Hinterbeinen transportiert. Zwischen Auskämmen und Transport zu den Körbchen wird der Pollen mit etwas Speichel und Nektar angereichert, so dass er an den sogenannten Pollenhöschen haften bleibt. Bei jedem Neuanflug auf eine Blüte verfängt sich nicht nur Pollen in den Haaren der Bienen, sie streifen auch wieder Pollenkörnchen am Fruchtstempel der Blüten ab. Dies ist der eigentliche Prozess der Bestäubung, auf den die Pflanze angewiesen ist, um keimfähige Früchte heranreifen zu lassen.
Es gibt viele gute Gründe im eigenen Garten oder auf der Terrasse Bienennährgehölze zu pflanzen: Der Herbst ist die perfekte Jahreszeit dafür. Ein sehr wichtiges Bienennährgehölz ist zum Beispiel Salix daphnoides 'Praecox'. Die typischen Kätzchen erscheinen ab Februar zunächst silbrig, später dann gelb und blühen bis in den April hinein. Sie munden den Bienen vorzüglich, zumal so früh im Jahr das Nahrungsangebot für Bienen noch gering ist. Die Reif-Weide ist windresistent und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Auch andere früh blühende Weiden wie die Kätzchen-Weide [Salix caprea 'Mas'], die hängende Kätzchen-Weide [Salix caprea 'Pendula'] und die Öhrchen-Weide [Salix aurita] sind wichtig für die Ernährung der Bienen im Frühjahr.

Ein weiterer Leckerbissen, zunächst für die Bienen, später aber auch für den Menschen, ist die ganzjährig reizvolle Amelanchier lamarckii, die Kupferfelsenbirne: Dieses Gehölz kann als Solitärstauch oder in einer lockeren Blütenhecke stehen. Die weißen Blüten bilden bis zu 6 Zentimeter lange Trauben und die Hauptblütezeit fällt mit dem kupferfarbenen Blattaustrieb im Frühling zusammen. Die für Menschen und Vögel essbaren, blauschwarzen Beeren reifen im Sommer, schmecken süß und so ähnlich wie Heidelbeeren. Im Herbst schließlich kleidet sich die Kupferfelsenbirne in sonniges Gelb und leuchtendes Rot. Sie ist anspruchslos, frosthart und verträgt auch das Stadtklima bestens.

Ebenfalls nahrhaft für Biene und Mensch ist Chaenomeles japonica, die niedrige Zierquitte: Ihre leuchtend ziegelrot gefärbten Blüten entwickeln sich mit den ersten Blättern im Frühling. Die Pflanzen können über drei Wochen in Blüte stehen. Die Früchte reifen ab September und werden bis zu 5 Zentimeter groß. Sie leuchten sattgelb, duften intensiv und sind hocharomatisch. Zwar eignen sie sich nicht zum Rohverzehr, aber ähnlich wie die Echte Quitte [Cydonia oblonga] besitzen Zierquitten einen hohen Pektingehalt umd man kann sie gut zu Gelee verarbeiten.

Zu den kleineren Gehölzen mit Bienenverwöhnblüten gehören zum Beispiel Hibiscus-Sorten wie 'Hamabo': Dieser Garteneibisch hat großblumige, einfache, puderrosa farbene Blüten mit roter Mitte. Hibiscus werden nicht höher als 2 Meter und sollten in einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden in sonniger, warmer Lage gepflanzt werden. Die Farbauswahl ist hier sehr groß: 'Marina' blüht blau mit roter Mitte; 'Russian Violet' kleidet sich in Rotviolett mit einem dunkelroten Mittelfleck, 'William R. Smith' zeigt reinweiße Blüten und 'Woodbridge' überzeugt in Purpurrot. Die Blütezeit des Garteneibisch erstreckt ab August bis in den späten Herbst.

Nicht zu vergessen sind einfach blühende Rosen, die den Bienen Fitnessfood bieten: Dazu gehört zum Beispiel die Rosa rugosa, auch Kartoffelrose oder Sylter Rose genannt. Ihre Blüten erscheinen Ende Mai und bis September finden sich immer neue Blüten dunkelrosa am Strauch. Nach der langen Blütezeit entwickeln sich große, rote Hagebutten. Die berühmte englische Gärtnerin Gertrude Jekyll bezeichnete die Hagebutten der Rosa rugosa als "kleine runde Äpfelchen, die den Charme, die Anziehungskraft und die Faszination der Kartoffelrose noch verstärken". Gepflanzt werden Wildrosen an Böschungen, zur Grundstücksbegrenzung oder als Sichtschutz. Sie bilden eine undurchdringliche Hecke und sind ebenso schmückend wie pflegeleicht.

Klein, zierlich und ein echter Leckerbissen für fleißige Bienen ist auch Deutzia gracilis, der Maiblumenstrauch: Die reinweißen Rispen blühen von Mai bis Juni zwischen dunkelgrünem, länglich-lanzettlichem Laub. Der Zwergstrauch wächst buschig und erreicht eine Höhe von circa einem Meter. Einzeln oder in Gruppen, an Wegen oder als kleine Hecke, in Steingärten oder als Staudenbegleiter ist Deutzia gracilis ein hinreißender Augen- und Bienenschmaus. [PdM]

 

Quelle: Gartentechnik, NL vom 07.10.2011

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